Gestaltung und Implementierung von Lehr-Lern-Räumen im Hochschulbereich: Politik, Praxis und Prinzipien (Online, halbtägig)


Thematik und Zielsetzung

In den letzten ein bis zwei Jahrzehnten hat sich die Auffassung weithin durchgesetzt, dass die Strukturierung von Lehr-Lern-Räumen die Realisierung und den Erfolg von Lehr-Lern-Prozessen und somit die Leistungen und Zufriedenheit von Studierenden und Lehrenden maßgeblich mitbestimmen.

Wissenschaftliche Belege aus verschiedenen Bereichen zeigen die Wirksamkeit aktiver Lernstrategien, wie beispielsweise kollaboratives, problembasiertes, forschendes und herausforderungsorientiertes Lernen (collaborative, problem-based, inquiry-based, and challenge-based learning). Um solche Lernstrategien umsetzen zu können, sind flexible und technologieangereicherte neue Lern- und Lehrräume von entscheidender Bedeutung, die aktive, erfahrungszentrierte und interdisziplinäre Lern- und Lehrmethoden zur Problemlösung unterstützen. Inzwischen wurden Lern- und Lehrräume als „dritter Pädagoge“ bezeichnet (Ninnemann, 2018), da sie Elemente des Lehr-Lernverhaltens und des Lernerfolgs wie beispielsweise Formen des transformativen selbstgesteuerten Lernens, die Konzentrationsfähigkeit oder die Aufnahmefähigkeit maßgeblich beeinflussen. Ein Schwerpunkt der Gestaltung von Lehr-Lernräumen liegt deswegen auf der Implementierung innovativer Lehr-Lernräume. Vier Haupttrends prägen das aktuelle Lern- und Lehrraumdesign: Lernprinzipien zur Unterstützung sozialer und aktiver Lernstrategien; nutzerzentriertes Design; digitale Ausstattung, die das Lernen und Lehren unterstützen und bereichern; und digitale Kompetenzen der Akteure.

Verschiedene Analysen der Erasmus+ Strategischen Partnerschaft „Learning and Teaching Spaces in Higher Education“ (LTSHE; www.evalag.de/ltshe/) befassen sich mit politischen und praktischen Bedingungen und Dimensionen der Gestaltung, Implementierung und Nutzung von Lehr-Lern-Räumen an acht europäischen Hochschulen in Deutschland, England, Italien, Kosovo, Österreich, Polen, Portugal und Spanien. Mittels vergleichender SWOT-Analysen erhobener Informationen und Daten (z.B. qualitative Inhaltsanalyse von politischen und institutionellen Dokumenten, Perspektiven von Theorie und Praxis der Architektur und wissenschaftlichen Publikationen; Fokusgruppeninterviews) lassen sich Prinzipien der Gestaltung, Implementierung und Nutzung von Lehr-Lern-Räumen entwickeln, auf die Hochschulen bei der Entwicklung verbesserter und neuer Lehr-Lern-Räume zurückgreifen können.

Da im Rahmen des LTSHE-Projekts auch Ortsbegehungen von vier Hochschulen (Birmingham City University; University of Aveiro; AAB College Pristina; Vienna University of Economics and Business) stattfanden, werden die vorgestellten Ergebnisse mit aktuellem Bildmaterial unterlegt.

Im interaktiven Teil des Workshops bietet sich den Teilnehmer:innen die Möglichkeit, anhand eines Frageleitfadens für Fokusgruppengespräche im LTSHE-Projekt aus der Perspektive der eigenen Einschätzung und der Bedarfe der eigenen Hochschule einen konstruktiven Einstieg in die Thematik der Lehr-Lernräume zu finden.

Grundlegende Ziele des virtuellen Workshops sind, Einblicke in Politik, Praxis und Prinzipien des Designs, der Implementierung und der Nutzung von Lehr-Lernräumen in Hochschulen zu vermitteln. Darüber hinaus sollen diese Einblicke zur konstruktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Einschätzung der Lehr-Lernraum-Thematik und/oder mit den Bedarfen und Entwicklungspotenzialen der eigenen Hochschule anregen.

Zielgruppe

Funktionsträgerinnen und Mitarbeiter:innen von Hochschulen, die sich mit dem Thema der Gestaltung und Implentierung von Lehr-Lern-Räumen auseinandersetzen. Zudem richtet sich der Workshop an alle an der Gestaltung und Nutzung von Lehr-Lernräumen Interessierten aus Hochschule, Hochschulpolitik und Gesellschaft.

Keywords

Design und Implementierung von Lehr-Lernräumen | Hochschulcampus | Hochschulgebäude | Hochschulpolitik | Lehr-Lernräume | Lehr-Lerntheorien | Prinzipien des Designs und der Implementierung von Lehr-Lernräumen | Studium und Lehre 

Publikationen

Leiber, T., Carlos, V., Bruckmann, S. & Rosa, M. (2021) Principles of design and implementation of Learning and Teaching spaces: lessons learnt from German and Portuguese higher education. In: Proceedings ICERI2021 – 14th Annual International Conference of Education, Research and Innovation, online event, Seville, Spain, 8-10 November 2021, pp. 111-120

Leiber, T., Rosa, M.J. & Williams, J. (2022) Politics and practice of the design, implementation and use of L&T spaces in higher education. A comparison of case studies from Germany, Portugal and the United Kingdom. Presentation at the Regional Conference "Learning and Teaching Space in Education", AAB College, Pristina, Kosovo, 21 October 2022 (https://www.evalag.de/fileadmin/dateien/pdf/forschung_international/ltshe/public_presentations/leiber_et_al_presentation_aab_conf_221017_sec.pdf)

Leiber, T. (2022) Principles of design, implementation and use of L&T space(s)in higher education. Intermediate results from the Erasmus+ Strategic Partnership LTSHE. Presentation at the Symposium "Learning and Teaching Space in Higher Education in the Western Balkans", AAB College, Pristina, Kosovo, 21 October 2022 (https://www.evalag.de/fileadmin/dateien/pdf/forschung_international/ltshe/public_presentations/leiber_presentation_aab_symposium_221019_sec.pdf)

URL zur Pressemitteilung: https://www.evalag.de/ltshe/

Referent

Prof. Dr. Dr. Theodor Leiber, wissenschaftlicher Referent / Hochschulforscher, evalag

Moderation

Viola Küßner, Abt. Beratung, Evaluation und Organisationsentwicklung, wissenschaftliche Referentin, evalag



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Ort und Zeit

evalag
Zoom-Videokonferenz

23.05.2023 - 09:30 bis 13:00 Uhr

Referent_innen
Prof. Dr. Dr. Theo Leiber, Hochschulforschung/Kooperationsprojekte (Erasmus+), evalag

Teilnahmegebühr
150 €
110 € (Ermäßigter Preis baden-württembergische Hochschulangehörige)

Ansprechpartner_in

Viola Küßner
Tel. ++49 (0)621.128545-54
kuessner(at)evalag.de


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